Das Didgeridoo und seine Wirkung auf die Atmung

Was sind Schlafapnoe und Schnarchen?

Schlafapnoe ist eine ernsthafte Schlafstörung, bei der es während des Schlafs zu wiederholten Atemaussetzern kommt. Diese Atemaussetzer können mehrere Sekunden dauern und treten häufig mehrfach pro Nacht auf, was zu einer schlechten Schlafqualität und starker Tagesmüdigkeit führt. Schnarchen entsteht durch Vibrationen im Rachenbereich, wenn die Atemwege teilweise blockiert sind. Es kann ein Symptom der Schlafapnoe sein, tritt aber auch oft ohne Atemaussetzer auf.

Wie hilft das Didgeridoo bei Schnarchen und Schlafapnoe?

Früher wurde krankhaftes Schnarchen häufig mit einer nächtlichen Nasenmaske behandelt, die den Patienten oder den Patientinnen Raumluft zuführte. Diese Therapie kann jedoch als belastend empfunden werden und wird oft abgebrochen. Das Didgeridoo bietet eine attraktive, natürliche Alternative zur CPAP-Therapie. Forscher der Universität Zürich und der Zürcher Höhenklinik Wald haben herausgefunden, dass das Spielen dieses Instruments effektiv gegen Schnarchen und Schlafapnoe helfen kann.

Wirkungsweise des Didgeridoos

„Bei Patienten oder Patientinnen mit Schlafapnoe sind die Muskeln, die die oberen Atemwege offen halten, oft schwächer ausgeprägt. Das Didgeridoo spielen beansprucht und trainiert diese Muskulatur durch die spezielle Atemtechnik“, erklärt Otto Brändli, einer der Forscher.

In einer Studie mit 25 Personen konnten die Forscher Otto Brändli und Milo Puhan diesen positiven Effekt bestätigen: Nach vier Monaten regelmäßigen Didgeridoo-Spielens zeigten die Teilnehmenden signifikant weniger Tagesmüdigkeit und eine signifikante Reduktion der Schlafapnoe-Symptome. Zudem berichteten die Partner*innen der Teilnehmenden von weniger Störungen durch Schnarchen.

Vorteile des Didgeridoo-Spielens

  1. Stärkung der Atemmuskulatur: Regelmäßiges Didgeridoo-Spielen trainiert die Muskulatur des oberen Atemwegs und erhöht deren Spannkraft.
  2. Verbesserte Schlafqualität: Weniger Atemaussetzer und Schnarchen führen zu einem erholsameren Schlaf.
  3. Nicht-invasiv und natürlich: Das Didgeridoo bietet eine nicht-invasive, natürliche Methode zur Linderung von Schlafstörungen, ohne auf Medikamente oder chirurgische Eingriffe zurückgreifen zu müssen.
  4. Stressabbau: Das Spielen des Didgeridoos wirkt entspannend und kann Stress reduzieren, was ebenfalls zu einem besseren Schlaf beiträgt.
  5. Natürlich sollte man vorher mit einem Arzt abklären ob es Vorerkrankungen  gibt die gegen das Didgeridoo spielen sprechen.

Didgeridoo, bei Asthma und chronische Bronchitis


Sowohl bei Asthma, als auch bei der chronischen Bronchitis haben die Betroffenen folgende Probleme:

  • Angstzustände, nicht genügend Luft zu bekommen

  • Atmen und Husten fällt schwer

  • Schleim setzt sich ab und ist schwer raus zu kriegen

  • die Belastbarkeit im Alltag sinkt

  • der Spaß Faktor im Leben sinkt

Die Wirkweise dieser Erkrankungen ist die, dass beim Ausatmen die Lungenwege kollabieren, sie fallen einfach zusammen, und so wird das Ausatmen zum Problem. Wenn ich nicht mehr richtig ausatmen kann, kann ich auch weniger einatmen, damit sinkt in der Lunge die Sauerstoffsättigung, und das führt unweigerlich zu Stress, denn der Körper braucht Sauerstoff. Dieser Stress wiederum macht es noch schwieriger, ruhiger zu Atmen, damit die Luft langsamer durch die Luftwege fließen kann und diese dadurch nicht kollabieren lässt. Es wird immer enger, bis hin zur Vernichtungsangst, wobei der Betroffene verzweifelt einatmen will, obwohl die Lunge ja voll ist, aber in dieser Luft kein Sauerstoff mehr.

Wie kann ich das verbessern:

Entspannungstechniken und bewusstes Verhalten helfen auf der einen Seite, die Luftwege nicht kollabieren zu lassen. Auf der anderen Seite gibt es Hilfsmittel, die bei der Ausatmung durch Erzeugung von Gegendruck die Luftwege offen halten, wie z.B. den VRP1 Desitin oder auch Flutter genannt, der aussieht wie eine kleine Tabakpfeife aus Plastik, in die man ausatmet, wobei die Luft im Pfeifenkopf gegen eine Metallkugel drückt, die durch ihr Gewicht nur bei entsprechendem Druck entweichen lässt. Hierbei geht dieses Ventil immer wieder auf und zu, was ein flatterndes Geräusch verursacht. Es entsteht eine Vibration der Luftsäule bis in die Lunge, was dann schleimlösend wirkt.

Dieselbe Wirkung hat auch Didgeridoo, wenn man es richtig spielt.

Normalerweise sagen die Ärzte, Blasinstrumente sind bei Asthma kontra-indiziert, also verboten. Mittlerweile setzt sich das Didgeridoo bei Asthmapatienten und in ihrer Therapie so langsam aber durch, denn:

  • Der leichte Rückstau der Luft hält die Lungenwege bei der Ausatmung ebenfalls offen, wie der VRP1 Desitin

  • Korrektes Didgeridoo spielen ist nicht belastend für die Lunge

  • Der Ton, den man spielt, ist ebenfalls eine schwingende Luftsäule, die bis in die letzten Zipfel der Lunge geht

  • So wird durch die Vibrationen des Tons Schleim gelöst

  • Die schleimlösende Wirkung lässt sich bei gleichzeitigem Reinsingen in das Didgeridoo noch verstärken

  • Didgeridoo spielen entspannt die belastete Psyche und beruhigt

  • Es macht mehr Spaß als Therapie mit Geräten, die "nur" praktisch sind. Besonders, wenn einem das Didgeridoo spielen auch noch Spaß macht.

Wenn Sie das Didgeridoo als Therapie, die Spaß macht, wählen wollen, sollten Sie folgendes beachten:

  • Suchen Sie sich einen erfahrenen Didgeridoo Lehrer, der umfassende Kenntnisse besitz.

  • Lassen Sie sich währenddessen regelmäßig ärztlich untersuchen.

  • Hören Sie auf sich selbst, ob Ihnen das gut tut oder nicht.

  • Genießen sollen Sie, nicht hart arbeiten.

Alles, was hilft, ist gut.

 

Erhöht das Spielen von Blasinstrumenten die Lungenfunktion?

18.09.2017
 

 

 

Lungenärzte berichten, dass sich das Spielen bestimmter Blasinstrumente bei Menschen mit Asthma oder Schlafapnoe (nächtlichen Atemaussetzern) positiv auswirken kann.

Die Atemmuskulatur kann dadurch trainiert werden. Doch es gibt auch einige Punkte, die Patienten beachten sollten, zum Beispiel eine sorgfältige Reinigung der Instrumente.

Lungenfunktion verbessern durch Blasinstrumente

Menschen, die unter Lungenerkrankungen leiden, oder Eltern von Kindern mit Asthma sind oft skeptisch in Bezug auf Blasinstrumente. Sie fürchten, dass das Spielen der Instrumente die Atemwege zu stark beanspruchen und die Krankheit verschlimmern könnte. Doch Fachärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie berichten, dass das Gegenteil der Fall ist. Regelmäßiges Spielen von Blasinstrumenten verbessert die Lungenfunktion, steigert die körperliche Belastbarkeit und trainiert die Atemmuskulatur. Zudem macht Musizieren Freude, regt die Kreativität an und wirkt sich dadurch auch in psychologischer Hinsicht positiv aus.

Welche Instrumente eignen sich?

Es gibt viele unterschiedliche Blasinstrumente, die verschieden geblasen werden müssen und daher unterschiedlich auf die Lunge wirken. Besonders viel Druck aufbauen muss man beim Erzeugen der Töne auf einer Klarinette oder Trompete, daher eignen sich diese Instrumente ideal als Lungentraining. Besonders wirksam auf die Lungenfunktion ist das Didgeridoo, das eine ganz spezielle Blastechnik erfordert. Regelmäßiges Spielen dieses traditionellen Instrumentes der australischen Aborigines hat sich vor allem bei Schlafapnoe bewährt und kann nachweislich die Anzahl von Atemaussetzern im Schlaf senken. Bei zähem Sekret in der Lunge kann die Mundharmonika durch Vibrationen den Schleim lockern und lösen.

Doch wie sieht es bei schwerer COPD aus, oder wenn Patienten häufig unter Atemnot leiden? In diesen Fällen kann das Spielen von Blasinstrumenten zu anstrengend für die Lunge sein.

Sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt und brechen Sie Musikübungen immer sofort ab, wenn Husten oder Atemnot auftreten.

Blasinstrumente immer gut trocknen und reinigen!!!!

Beim Spielen von Blasinstrumenten schlägt sich die Feuchtigkeit aus der Atemluft im Instrument nieder. Daher sollte man Blasinstrumente nach jedem Gebrauch abtropfen und gut austrocknen lassen. Ansonsten können sich gefährliche Keime im Instrument vermehren, die zu Lungeninfektionen führen können. Vor allem bei Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen ist auch eine regelmäßige Reinigung der Instrumente wichtig.

 

 

Regelmäßiges Blasinstrument-Spielen verringert die Atemnot von Lungenpatienten

 

 

Durch das Musizieren mit einem Blasinstrument können Lungenpatienten ihre Atemmuskulatur trainieren und dadurch ihre Lungenfunktion wie auch ihre Lebensqualität steigern. Darauf machen die Lungenärzte des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) anlässlich des frisch gekürten "Jahres der Tuba" aufmerksam.

 

Lungenpatienten können durch das Musizieren mit einem Blasinstrument ihre Atemmuskulatur trainieren und dadurch ihre Lungenfunktion wie auch ihre Lebensqualität steigern. „Vor allem hohe Blasinstrumente wie Klarinette, Oboe und Trompete sind für dieses Training geeignet“, erklärt Dr. med. Thomas Voshaar, Vorstandsvorsitzender des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) und Chefarzt des Lungenzentrums am Krankenhaus Bethanien in Moers. Denn je nach Blasinstrument werden ganz unterschiedliche Drücke in den Atemwegen erzeugt: Während bei den tiefen Blechbläsern, wie zum Beispiel Tuba, relativ niedrige Anblasdrücke ausreichen, um einen Ton zu erzeugen, erfordert das Spielen einer Oboe oder Klarinette das Erzeugen höherer Luftdrücke – und erzielt damit auch einen größeren Trainingseffekt für die Atemmuskulatur, ebenso wie auch das Didgeridoo.

Kinder mit Asthma erleiden seltener eine Verschlechterung ihrer Erkrankung

Verschiedene wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass asthmatische Kinder, die regelmäßig Blasinstrument spielen, ihre Lungenfunktion im Vergleich zu Nichtbläsern deutlich verbessern können. Dadurch steigern sie nicht nur ihre körperliche Leistungsfähigkeit, sondern erleiden auf Grund der besser trainierten Atemmuskulatur auch seltener eine Verschlechterung ihrer Erkrankung. Sogar Asthma bedingte Skelettverformungen – wie die so genannte Trichterbrust – bildeten sich bei jugendlichen Blasinstrumentalisten im Verlauf der Jahre wieder zurück! Darüber hat das Musizieren auf Blasinstrumenten auch einen psychologischen Nutzen, insbesondere bei Jugendlichen: So scheinen musizierende Patienten, die Freude an der Erzeugung von Musik und der Kontrolle über das Instrument haben, emotional leistungsfähiger zu sein als Patienten, die kein Musikinstrument spielen, und können daher auch ihre Erkrankung psychisch besser bewältigen.

Für die Atemmuskeln vergleichbar mit Push-ups für die Bauchmuskeln

Ein weiteres, nennenswertes Blasinstrument ist die Mundharmonika, die zum Beispiel bei der Therapie junger Mukoviszidose-Patienten eingesetzt wird. Das beim Mundharmonika-Spielen intensivierte Atmen und die erzeugten Vibrationen können ähnlich effektiv wie eine Sporttherapie zur Sekretlockerung in den Atemwegen beitragen. Für die Atemmuskeln ist das intensivierte Atmen beim Mundharmonikaspielen vergleichbar mit Push-ups für die Bauchmuskeln.

Beim Didgeridoo-Spielen eine wichtige Atemtechnik einüben

Auch erwachsene Patienten, die unter Schlafapnoe leiden, können durch das Musizieren mit Blasinstrumenten profitieren: Studien zufolge lässt sich durch tägliches Didgeridoo-Spielen, das ein hervorragendes Training für die Hals-, Mund- und Atemmuskulatur darstellt, die Häufigkeit von nächtlichen Atemaussetzern im Schlaf von Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe und ihre Tagesmüdigkeit senken. „Beim Erlernen des Didgeridoo-Spielens wird fast beiläufig eine Atemtechnik eingeübt, die generell für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen wie z.B. COPD oder Lungenemphysem sehr wichtig ist: die sog. Lippenbremse“, erläutert Dr. Voshaar. Denn der für das Didgeridoo charakteristische imposante Ton kann nur erzeugt werden, indem die Luft bei der Ausatmung gedrosselt wird. Dabei wird durch das Drosseln der Luft nicht nur die Atemmuskulatur trainiert. Die zusätzliche körpereigene Vibration, die beim Spielen erzeugt wird, fördert auch das Abhusten, weil sich der Schleim in den Atemwegen besser löst.

Eigenständig zum Behandlungserfolg beitragen

Das Musizieren auf Blasinstrumenten ist insofern sowohl aus atemphysiologischen als auch aus psychosozialen Gründen als eine beachtenswerte, zusätzliche Therapieoption bei chronisch- obstruktiven Atemwegserkrankungen anzusehen und sehr zu empfehlen. „Gerade bei chronischen Erkrankungen legen wir unseren Patienten immer wieder nahe, dass die ärztliche Behandlung alleine nicht ausreicht, um eine gute Lebensqualität zu erhalten oder zurückzugewinnen. Vielmehr haben sie einen maßgeblichen Teil ihres Gesundheitszustandes selbst in der Hand“, betont Dr. Thomas Voshaar.